Sichere Passwörter, leicht gemacht.
Lang, einzigartig und trotzdem merkbar: So schützen Sie Ihre wichtigsten Zugänge.

Björn Götzinger
Ein Passwort ist Ihr
digitaler Schlüssel.
Ob E-Mail, Online-Banking oder Shopping-Konto: Ein sicheres Passwort ist die einfachste und wirksamste Maßnahme gegen unbefugten Zugriff. Gelangen Zugangsdaten in falsche Hände, können Angreifer nicht nur persönliche Daten einsehen, sondern im schlimmsten Fall Einkäufe tätigen, Verträge abschließen oder weitere Konten übernehmen.
Viele Menschen glauben, ein Passwort müsse möglichst kompliziert sein. In der Praxis führt das eher dazu, dass Passwörter auf Zetteln landen oder mehrfach verwendet werden — und genau das macht sie unsicher. Ein gutes Passwort ist deshalb vor allem lang (mindestens 12, besser 16 Zeichen oder mehr), einzigartig für jeden Dienst und ohne Zettel merkbar.
So erstellen Sie sich ein starkes, merkbares Passwort.
Eine bewährte Methode: Nehmen Sie einen Satz, den Sie sich leicht merken, und bauen ihn in drei Schritten zu einem individuellen Passwort aus.
Wichtig dabei: nicht zu kurz, keine Namen, Geburtstage oder Muster wie „12345“, und der Dienstbezug nicht zu offensichtlich. Ein Passwort wie „Ich5liebe Wolfsburg!Am“ ist in der Praxis oft sicherer als eine kryptische Zeichenfolge wie „X9#qT2!mL“ — vor allem, wenn Letztere auf einem Notizzettel landet.
Passwortmanager, Passkeys und Zwei-Faktor: mehr Schutz ohne Mehraufwand.
Wer viele Online-Konten hat, stößt irgendwann an die Grenzen des Erinnerungsvermögens. Drei Werkzeuge helfen dabei, ohne dass Sie sich alles merken müssen.
Passwortmanager.
Sie speichern Passwörter verschlüsselt und erzeugen für jeden Dienst automatisch ein eigenes, sehr starkes Passwort. Sie merken sich nur noch ein Hauptpasswort — das dafür besonders stark sein sollte, denn wer es kennt, kommt an alle gespeicherten Zugänge.
Passkeys.
Bei Passkeys erfolgt die Anmeldung über Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder ein vertrauenswürdiges Gerät — ganz ohne klassisches Passwort und mit hohem Schutz gegen Phishing. Der Zugang hängt dann allerdings an einem bestimmten Gerät; geht es verloren, ist eine Wiederherstellung nötig.
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).
Hier kommt neben dem Passwort ein zweiter Nachweis hinzu, etwa eine Authenticator-App. Das schützt zuverlässig, selbst wenn ein Passwort einmal gestohlen wird. Authenticator-Apps und Sicherheitsschlüssel gelten dabei als sicherer als SMS-Codes.
Wo immer verfügbar, lohnt es sich, Passkeys oder 2FA zu aktivieren.
Nicht jedes Konto
ist gleich wichtig.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Konten, deren Missbrauch finanziellen Schaden anrichten oder weitere Konten gefährden kann: E-Mail-Postfach, Online-Banking, Bezahldienste wie PayPal, Shopping-Portale und Konten, über die sich andere Passwörter zurücksetzen lassen. Für diese Zugänge lohnen sich ein besonders starkes, einzigartiges Passwort und zusätzlich Passkeys oder 2FA.
Am Ende zählt nicht das komplizierteste Passwort der Welt, sondern eines, das lang, einzigartig und merkbar ist — für jeden Dienst ein eigenes, für die wichtigsten Konten zusätzlich abgesichert.