Ein Blick auf Wolfsburg
in Zeiten des Wandels.
Edith Gerhardt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Autostadt im Gespräch.

Jan Engelken
Wenn Wandel erlebbar wird.
Seit Januar 2026 trägt Edith Gerhardt als Vorsitzende der Geschäftsführung die Gesamtverantwortung für die Autostadt in Wolfsburg. Wer ihr begegnet, spürt schnell: Hier spricht eine erfahrene Führungspersönlichkeit, die den Ort seit vielen Jahren kennt – und mit großer Bodenständigkeit und Leidenschaft für Service und Qualität gestaltet. Ein Gespräch über das Ankommen in neuer Verantwortung und den Blick auf Wolfsburg in Zeiten des Wandels.
Schon beim gemeinsamen Spaziergang durch die malerischen Außenanlagen der Autostadt in Wolfsburg wird deutlich, wie sehr Edith Gerhardt den Servicegedanken lebt. Immer wieder grüßt sie Mitarbeitende und Gäste, bleibt kurz stehen, wechselt ein paar Worte. Es sind diese kleinen, selbstverständlichen Gesten, die viel über ihre Haltung erzählen.
„Ich bin einfach glücklich, an so einem wundervollen Ort arbeiten und ihn auch mitgestalten zu dürfen.“
Mit der neuen Rolle hat sich dennoch etwas verändert: „Der Blick ist einfach ein bisschen weiter geworden. Ich kann noch einmal strategischer arbeiten und unsere Visionen klarer schärfen.“ Gleichzeitig gehe es ihr darum, die Bedeutung der Autostadt für Wolfsburg immer wieder sichtbar zu machen – gerade in Zeiten des Wandels.
Dieses Ankommen in der neuen Verantwortung beschreibt sie nicht als einen einzelnen Moment. Vielmehr sei es ein Prozess: „Ich merke jeden Tag, dass ich immer wieder ankomme.“ Besonders morgens, wenn sie über die Brücke aus der Stadt kommt, über den Kanal blickt und die Autostadt vor sich sieht.
Dass Wolfsburg für sie nicht nur ein Arbeitsort ist, wird schnell deutlich. Die Frage, was einen Ort wirklich zu einem Zuhause macht, beantwortet sie ohne Zögern: „Für mich sind es immer die Menschen.“ Sie seien es, die einen Ort prägen, ihn lebendig machen und ihm Bedeutung geben. Wolfsburg habe sie dabei besonders beeindruckt: „Ich bin hier wahnsinnig positiv aufgenommen worden. Die Menschen wollen gestalten, sie wollen verändern – und sie wissen, dass das nur gemeinsam geht.“
Wolfsburg sei seit jeher eine Stadt im Wandel – daran lässt sie keinen Zweifel. Neu sei jedoch die Geschwindigkeit, mit der sich Veränderungen heute vollziehen. „Der Wandel ist einfach so schnell geworden, dass Menschen sich immer wieder anpassen müssen.“
Umso wichtiger sei es, Orientierung zu geben und gleichzeitig Räume zu schaffen, die Verlässlichkeit bieten.
„In einer Welt, die so schnelllebig geworden ist, ist es wichtig, Plätze zum Ankommen zu schaffen.“
Genau darin sieht sie auch eine zentrale Aufgabe der Autostadt.
„Am Ende geht es darum, die Menschen mitzunehmen.“
betont sie. Strategien allein reichten nicht aus. „Projekte scheitern nicht, weil sie nicht gut aufgesetzt sind, sondern weil Menschen nicht verstehen, warum sie notwendig sind.“ Entscheidend sei das „Warum“. Erst wenn dieses nachvollziehbar ist, könne Veränderung gelingen.
Die Autostadt spielt dabei für sie eine besondere Rolle. Sie versteht sich als Ort, an dem Zukunft greifbar wird. „Unsere Aufgabe ist es, Wandel erlebbar und nahbar zu machen.“ Ein Beispiel dafür sei die Fahrzeugauslieferung: „Früher war das Cockpit relativ simpel, heute ist es hochkomplex.“ Umso wichtiger sei es, Menschen diese Veränderungen verständlich zu machen und mögliche Unsicherheiten abzubauen. „Wenn ich weiß, was mein Auto alles kann, entsteht eine ganz andere Verbindung.“



Ihre Erfahrungen aus der Hotellerie prägen dabei ihren Blick bis heute. „Der Schlüssel liegt darin, zuerst die Mitarbeitenden zu begeistern, damit sie die Gäste begeistern können.“ Diese Haltung zieht sich durch alles, was sie tut – und wird im Gespräch ebenso spürbar wie beim Spaziergang durch die Autostadt.
Auch im internationalen Kontext sieht sie Wolfsburg gut aufgestellt. Die Stadt stehe für industrielle Kompetenz, aber zunehmend auch für Innovation und Zusammenarbeit. Und für etwas, das ihr besonders wichtig ist: „Offenheit und Gastfreundschaft.“ Gleichzeitig hebt sie einen weiteren Aspekt hervor: den Mut, neue Wege zu gehen. Projekte wie die Autostadt oder das phæno seien Beispiele dafür. „Es ist Mut, mal etwas anders zu machen.“ Dieser Mut sei auch in Zukunft gefragt. Denn um Orte langfristig lebenswert zu halten, brauche es mehr als Infrastruktur.
„Es ist ein Zusammenspiel von vielen Dingen – Bildung, Lebensqualität, Möglichkeiten. Wolfsburg bringt hier vieles mit – aber gleichzeitig braucht es immer wieder den Mut, Neues auszuprobieren.“
Mit Blick auf die Zukunft bleibt sie optimistisch. Wolfsburg habe immer wieder gezeigt, dass es mit Veränderungen umgehen kann. „Das stimmt mich sehr positiv.“ Vor allem aber seien es die Menschen, die ihr Vertrauen geben: „Hier sind viele, die diese Stadt lieben und weiterentwickeln wollen.“ Und genau darin liegt für sie die eigentliche Stärke Wolfsburgs: im gemeinsamen Gestalten.
Kurzportrait Edith Gerhardt.
Zum 1. Januar 2026 übernahm Edith Gerhardt den Vorsitz der Geschäftsführung der Autostadt GmbH. Sie verantwortete bereits seit 2023 die Bereiche Fahrzeugübergabe, IT, Infrastrukturmanagement, Gastronomie und das The Ritz-Carlton Hotel. Als erfahrene Hotel-, Gastronomie- und Dienstleistungsexpertin war sie zuvor Geschäftsführerin der Hirmer Hospitality GmbH & Co. KG. Sie verfügt über mehr als 20 Jahre internationale Führungserfahrung bei The Ritz-Carlton und Marriott, wo sie zuletzt die strategische Steuerung von Neueröffnungen in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika verantwortete.
Ein Stück Zuhause mitten in Wolfsburg.
Die Autostadt ist aus Wolfsburg nicht mehr wegzudenken: ein lebendiger Ort, der Mobilität, Architektur und Begegnung verbindet. Zwischen Wasserläufen, Pavillons und grünen Hügeln trifft man sich hier zu jeder Jahreszeit. Und auch als Wolfsburger entdeckt man bei jedem Besuch wieder etwas Neues.
Häufige Fragen
zur Autostadt Wolfsburg.
Fotos Edith Gerhardt © Janina Snatzke