Was beim Grillen
wirklich zählt.
Tipps und Tricks von BarryBBQ aus Wolfsburg.

Jan Engelken
„Grillen ist heute so viel mehr als nur Wurst und Nackensteak.“
Und damit meint Sascha Schenk nicht nur vegetarische Alternativen oder exotische Zutaten. Dem sympathischen Wolfsburger – vielen bekannt als „Barry BBQ“ – geht es neben Kreativität und Geschmack vor allem darum, eine gute Zeit am Grill zu haben. Hier verrät er, worauf es dabei ankommt.
Seine Leidenschaft fürs Grillen hat sich über viele Jahre entwickelt. Auf Reisen hat er unterschiedlichste Zubereitungsarten kennengelernt – von der amerikanischen Barbecue-Kultur bis hin zu traditionellen Techniken aus anderen Teilen der Welt. Gleichzeitig entstand das Hobby aber auch ganz bodenständig im Alltag: Während in seiner Beziehung die Küche im Haus fest vergeben war, verlagerte sich sein kreativer Spielraum nach draußen.

Was zunächst als persönliche Rezeptsammlung begann, entwickelte sich schnell weiter: Erst kamen Freunde und Bekannte hinzu, die nach Tipps fragten, später entstand eine eigene Website, auf der er seine Ideen teilt. Heute ist Grillen für ihn Ausgleich, Experimentierfeld und vor allem ein soziales Erlebnis. Denn, wie er sagt: „Beim Grillen geht es darum, gemeinsam Zeit zu verbringen und die Ergebnisse zusammen zu genießen.“
Auch wenn Sascha bei aufwändigeren Grillkreationen auf professionelles Equipment zurückgreift, ist für ihn klar, dass gutes Grillen kein großes Setup braucht. Nicht die Ausstattung, sondern die Haltung macht für ihn den Unterschied. „Für ein gelungenes Grillergebnis braucht es vor allem gute Zutaten, Freude am Handwerk und ein schönes Gemeinschaftsgefühl“, betont er. Selbst mit einem Elektrogrill und wenig Platz lasse sich auf dem Balkon hervorragend arbeiten – entscheidend sei, sich auf das einzulassen, was man gerade zur Verfügung hat.
„Nicht die Größe des Grills ist entscheidend, sondern die Leidenschaft. Wenn man sich ein bisschen mit Hitze und Timing beschäftigt, funktioniert das auch auf kleinem Raum richtig gut.“
Was sind die häufigsten
Fehler beim Grillen?
Gerade beim Einstieg passieren viele typische Fehler – meist aus Ungeduld. Sascha beobachtet immer wieder, dass zu früh gestartet oder mit zu hoher Hitze gearbeitet wird.
Ein weiteres häufiges Problem ist zu wenig Platz auf dem Grill: Wird alles gleichzeitig aufgelegt, fehlen die wichtigen Temperaturzonen, die entscheidend sind, um den Garprozess kontrollieren zu können. Auch beim Wenden gilt für ihn das Prinzip „weniger ist mehr“. Wer das Grillgut ständig dreht, verhindert nämlich, dass sich die typischen Röstaromen entwickeln – stattdessen sollte man ihm einfach die nötige Zeit geben.
„Ein Grill braucht Zeit, um die richtige Temperatur zu erreichen. Wer zu früh anfängt, riskiert, dass das Grillgut außen verbrennt und innen noch nicht gar ist.“



Der Schlüssel zum Geschmack:
Hitze richtig nutzen.
Für viele Grillfans gehört ein Deckel mittlerweile selbstverständlich dazu, und auch Sascha sieht darin klare Vorteile – allerdings kein unbedingtes Muss. „Ein Grill mit Deckel ist im Prinzip wie eine Kombination aus Herd und Backofen. Durch die geschlossene Hitzeverteilung entstehen ganz andere Möglichkeiten.“ Mit geschlossenem Deckel lassen sich Fleisch und Gemüse gleichmäßiger garen, außerdem werden Gerichte möglich, die man klassisch nicht sofort mit Grillen verbindet – etwa Pizza, Aufläufe oder sogar Brot. Gleichzeitig bleibt die Hitze besser im Gerät, was Energie spart.
Trotzdem ist für ihn klar, dass ein fehlender Deckel kein Ausschlusskriterium ist. „Natürlich kann man auch ohne Deckel sehr gut grillen. Die Klassiker wie Steak oder Wurst funktionieren problemlos – schnell, direkt und unkompliziert.“ Am Ende komme es immer darauf an, was man zubereiten möchte – und wie viel Aufwand man betreiben will.
Der Schlüssel zum Geschmack liegt vor allem im richtigen Umgang mit Hitze. Unabhängig vom Grilltyp entscheidet letztlich die passende Temperatur über das Ergebnis. „Die Hitzesteuerung ist das zentrale Element beim Grillen. Jedes Gericht hat seinen eigenen Sweet Spot – den muss man finden.“ Wird mit zu hoher Hitze gearbeitet, verbrennen die Außenflächen schnell, während das Innere trocken bleibt; ist die Hitze dagegen zu niedrig, entstehen die gewünschten Röstaromen nicht. Wer jedoch lernt, die Temperatur bewusst zu steuern, kann aus nahezu jedem Grill das Beste herausholen.
Bewusst grillen – ohne Verzicht.
Bewusstes Grillen bedeutet für Sascha, Genuss und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden, ohne dabei dogmatisch zu werden. „Ich achte vor allem auf saisonale und regionale Produkte. Das macht geschmacklich einen Unterschied und ist gleichzeitig nachhaltiger“, erklärt er. Auch beim Zubehör setzt er auf langlebige Alternativen: Aluminium vermeidet er weitgehend und greift stattdessen zu Gusseisen, denn „Gusseisen ist extrem robust, hält ewig und bringt zusätzlich tolle Röstaromen.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für ihn die Vielfalt auf dem Grill. Vegetarische Gerichte sind längst kein Beiwerk mehr, sondern ein fester Bestandteil seines Repertoires. Ob mediterraner Auflauf, gegrilltes Gemüse oder sogar Pizza vom Stein – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und sorgen dafür, dass es nie langweilig wird.
„Der Grill ist für mich eine vollwertige Outdoor-Küche. Man kann darauf viel mehr machen, als die meisten denken.“
Auch bei aktuellen Trends beobachtet Sascha vor allem mehr Offenheit und Experimentierfreude. „Es geht heute weniger um feste Regeln, sondern darum, Dinge auszuprobieren und neue Kombinationen zu entdecken.“ Klassiker wie Burger bleiben beliebt, werden aber kreativer interpretiert und häufiger um vegetarische Optionen ergänzt. Beim Zubehör setzt Sascha auf Funktion statt Spielerei, wobei Sicherheit für ihn an erster Stelle steht. „Eine gute Grillzange, ein stabiler Wender und vernünftige Handschuhe gehören für mich zur Grundausstattung.“ Praktische Helfer wie Plancha-Platten, gusseiserne Pfannen oder ein Pizzastein erweitern die Möglichkeiten zusätzlich. „Mit solchen Tools wird der Grill schnell zur Outdoor-Küche – und man kann deutlich abwechslungsreicher arbeiten.“


Ein Tipp vom Profi.
Wer direkt loslegen möchte, dem empfiehlt Sascha ein Gericht, das einfach umzusetzen ist und gleichzeitig Eindruck macht: Camembert Bacon Balls. Cremiger Käse im Kern, würziges Hackfleisch und eine knusprige Bacon-Hülle – ein unkompliziertes Rezept mit großem Effekt. Die Anleitung gibt es auf seinem Blog.